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Spaß am Sport für Kinder

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Tipps für Eltern mit aktiven Kids

Fußball spielen, Klettern, Skateboard fahren: Manche Kinder sind einfach ständig in Bewegung. Am liebsten wären sie den ganzen Tag aktiv. Im Sportverein blühen sie auf und glänzen regelmäßig bei Wettkämpfen. Doch der Spaß deines Kindes am Sport kann auch abnehmen – wenn du einige wichtige Punkte nicht beachtest. Wenn die Motivation deines sportlichen Kindes zu kippen droht, helfen wir dir weiter. Hier erfährst du, wie du als Mutter oder Vater dafür sorgst, dass dein sportliches Kind „am Ball bleibt“ und liest, wie du es in seiner sportlichen Entwicklung unterstützt. Damit es langfristig und weiterhin voller Spaß und top-motiviert Sport treibt. Lies jetzt unsere Tipps für Eltern junger Sportler*innen!

Tipp eins: Freut euch gemeinsam

Dein Kind erzählt dir ganz begeistert, dass es heute beim Handballtraining vom Trainer gelobt wurde – und deine einzige Reaktion ist ein Schulterzucken oder vielleicht sogar ein abfälliger Kommentar? Dieses Verhalten wirkt sich auf die Motivation aus – ganz gleich, wie sportbegeistert dein Kind auch ist.

Der Grund: Reagierst du gleichgültig auf Dinge, die dein Kind begeistern – dazu zählt auch das Lob durch Respektspersonen wie eine*n Trainer*in – greift das verhaltenspsychologische Prinzip der Verstärkung. Deine Reaktion zeigt deinem Kind: „Dein Verhalten ist mir egal“. Oder noch schlimmer: „Dein Verhalten ist falsch.“ Dein Kind wird daraufhin in Zukunft anders reagieren. Dann kann es sein, dass es überhaupt nicht mehr mit dir über seine Erfolgserlebnisse beim Sport spricht und sich auch sonst immer weiter vor dir verschließt. Das wiederum beeinflusst eventuell nicht nur seine sportlichen Erfolge, sondern auch die Harmonie bei euch zu Hause.

Unser Tipp lautet deshalb: Zeig deinem Kind, dass du an seinem Leben Anteil nimmst und dich über seine sportlichen Erfolge freust. Dann weiß es, dass sein Verhalten gewollt und erwünscht ist. Lobst und belohnst du dein Kind für seine sportlichen Leistungen, verstärkst du damit die Verhaltensmuster – sie werden häufiger auftreten. Das bedeutet: Dein Kind wird dir häufiger von seinen Erfahrungen beim Sport berichten. Feiert ihr sportliche Erfolge gemeinsam, wird das die positive Einstellung des Kindes zum Sport Treiben stärken.

Belohnungen müssen übrigens nicht immer groß sein. Wie wäre es mit einer Pizza zur Feier eines sportlichen Erfolges? Die Ernährung von Kindern, die Sport treiben sollte abwechslungsreich, vollwertig, gesund und manchmal auch einfach nur lecker sein.

Dein Kind wird dir immer wieder begeistert von seinen Erfolgserlebnissen berichten und ihr könnt euch zusammen freuen. Das schweißt euch zusammen und erhöht die Motivation deines Kindes, beim Fußball, bei der Leichtathletik oder beim Judo weiter Vollgas zu geben.

Tipp zwei: Feiert auch kleine sportliche Erfolge

Ganz gleich, wie erfolgreich dein Kind in seiner bevorzugten Sportart ist: Spaß, das Treffen von Freund*innen und das Ausleben des Bewegungsdrangs stehen beim Sport für Kinder im Vordergrund. Gewinnt dein sportliches Kind einen Preis, ist das ein besonderer Moment, den ihr feiern solltet – aber keine Voraussetzung für deine Liebe und Wertschätzung. Zeig deinem Kind deshalb niemals, wenn du enttäuscht bist, dass es nicht zu den Besten gehört hat.

Sei auch nicht fordernd oder baue Leistungsdruck auf, wenn dein Kind eine, in deinen Augen, verbesserungswürdige Leistung erbracht hat. Denn dann fängt selbst ein Kind, das ständig nur Fußball und Co. im Kopf hat an, Sport mit negativen Emotionen zu verbinden. Studien zeigen: Neben anderen Faktoren ist genau dieses Verhalten ist ein echter Motivationskiller. Auch kann Leistungsdruck dafür sorgen, dass dein Kind sein Selbstbewusstsein verliert, weil es das Gefühl hat, nicht gut genug zu sein. Und glaubt es nicht an sich selbst, hat es auch keine Motivation, mehr in den Sport zu investieren.

Sieh es stattdessen so: Allein dafür, dass dein Kind am Wettkampf teilgenommen und sein Bestes gegeben hat, verdient es Anerkennung. Das gilt besonders dann, wenn es vor dem Wettkampf Angst hatte, dass es am Ende nicht auf dem Sieger*innen-Podest steht. Hat die Leistung nicht für eine Spitzenplatzierung gereicht, fühlen sich besonders Kinder, die ansonsten immer beim Sport glänzen, erst einmal traurig, enttäuscht oder wütend.

Besonders wenn dein Kind zu den Überflieger*innen gehört, die ständig beim Sport Topleistungen erbringen, gilt: Übe bei einer Niederlage keinen Druck aus und gib ihm erst einmal ein wenig Zeit, bis es seine Enttäuschung verarbeitet hat. Begegne deinem Kind in diesen Momenten mit Verständnis. Signalisiere ihm, dass du verstehst, dass es enttäuscht ist, weil es nicht unter den Besten war.

Zeige ihm aber auch: Gewinnen ist nicht das Wichtigste beim Sport – viel wichtiger sind Teamgeist, Spaß und Bewegung an der frischen Luft. Verändert gemeinsam eure Perspektive: Schon die Teilnahme an einem Wettkampf ist ein Erfolgserlebnis. Studien bestätigen: Wenn du dein Kind dabei unterstützt, positive und glückliche Momente durch seine Lieblingssportarten zu erleben, motiviert das die junge Sportler*innen ungemein.

Tipp drei: Kenne deine Rolle

Du bist beim Sport selbst genauso ehrgeizig wie dein Kind und wünschst dir deshalb, dass es beim Sport brilliert? Das ist verständlich, besonders wenn du selbst deine Leistungsfähigkeit beim Training ständig steigern möchtest. Trotzdem gilt: Du bist nicht die*der Trainer*in deines Kindes. Als Elternteil solltest du ein Kind unterstützen und ermutigen, nicht coachen. Natürlich möchtest du dein Kind so gut es geht fördern. Spiele trotzdem nicht Trainer*in. Es reicht, wenn du deinem Kind beim Training ein Getränk anreichst oder es mit einem Täfelchen Dextrose versorgst, wenn es darum bittet.

Dextrose trägt zur schnellen Kohlenhydratversorgung der Körper junger Sportler*innen bei. Auch ein kohlenhydrathaltiges Instantpulver für junge Sportler*innen, das speziell für Kinder ab 12 Jahren entwickelt wurde, unterstützt bei jeder Sportart – von Fußball bis zum Fahrradfahren. Zusätzlich enthält das Instantpulver Natrium.

Wir raten dir: Überlasse den Trainer*innen deines Kindes die Entscheidung darüber, wie das Training ablaufen soll und mische dich nicht ein. Gibst du deinem Kind vom Rand des Spielfelds Anweisungen, bringt du es in eine unangenehme Position, weil es sich zwischen dir und den Trainer*innen hin- und hergerissen fühlt. Möglicherweise ziehst du so auch den Ärger von Trainer*innen auf dich. Dein Kind könnte sich dazu genötigt fühlen, sich für dich zu entschuldigen – eine Situation, die für alle Beteiligten unangenehm ist.

Zeige deinem Kind stattdessen, dass du den Entscheidungen der Trainer*innen vertraust und diese respektierst. Damit signalisierst du deinem Kind, dass du die Meinung von Expert*innen wertschätzt. Studien belegen: Akzeptierst du die Entscheidungen von Autoritätspersonen, tut dein Kind es dir gleich. Dies ist eine gute Lernerfahrung.

Solltest du einmal nicht mit den Entscheidungen von Trainer*innen einverstanden sein, raten wir dir: Suche das Gespräch unter vier Augen und trage Konflikte nicht vor deinem Kind aus. Kinder haben nämlich feine Antennen und nehmen Unstimmigkeiten schnell wahr, auch solche zwischen Trainer*innen und Eltern. Das kann die starke emotionale Bindung, die dein Kind zu seinem Sport hat, verschlechtern. Sei stattdessen unterstützend und zeige Interesse.

Tipp vier: Gib deinem Kind Raum

Aktiv am Leben deines sportlichen Kindes teilnehmen, bei Wettkämpfen mitfiebern und gemeinsam mit ihm auch kleine Erfolge feiern? Ja, bitte! Allerdings gilt dabei: Es gibt Grenzen. Denn Sport und vor allem „das Drumherum“ erfordern auch Organisationstalent und ein gewisses Maß an Selbstständigkeit. Es geht beispielsweise auch darum, die Sporttasche zu packen, pünktlich und regelmäßig zum Training zu erscheinen oder rechtzeitig abzusagen, wenn ein Trainingstermin nicht eingehalten werden kann.

Nimmst du deinem Kind die organisatorischen Dinge rund um den Sport ab, tust du ihm langfristig keinen Gefallen. Der Grund: Je mehr du ihm aus der Hand nimmst, desto unselbstständiger wird es. Im Umkehrschluss gilt: Lässt du dein Kind einen Teil seines Alltags selbst organisieren, wird es nach und nach immer selbstständiger. Und merkt dein Kind erst einmal, dass das Organisieren auch gut alleine klappt, steigert das sein Selbstbewusstsein.

Das Thema „Freiraum“ spielt übrigens auch bei der Wahl der bevorzugten Sportart deines Kindes eine wichtige Rolle. Möchte dein Kind beispielsweise unbedingt Ballett machen, obwohl du es viel lieber zum Kickboxen schicken würdest? Oder macht ihm Fahrradfahren mehr Spaß als Handballspielen mit der Mannschaft? Auch wenn du selbst für Mannschaftssportarten brennst und Sport in der Gruppe oder mit Freunden liebst, übertrage deine Vorlieben nicht auf dein Kind, sondern lasse es selbst entscheiden.

 

Unterstütze dein Kind beim Sport – ganz gleich, für welche Sportart es sich entscheidet.

@ RossHelen/Shutterstock - Kinder brauchen beim Sport die Unterstützung ihrer Eltern. Das gilt auch, wenn sie sich für andere Wege als ihre Eltern entscheiden.

Vermeide schroffe Aussagen wie: „Das ist doch nichts für dich!“. Sie werden dein Kind demotivieren. Zwinge dein Kind auch nicht, einen bestimmten Sport zu machen, der deiner Ansicht nach besser zu ihm passt. Denn steht es nicht zu 100 Prozent hinter seinem Sport, wird es auch keinen Spaß am Training haben – und erst recht keine Sportroutine aufbauen oder gute Leistungen erbringen.

Unser Tipp: Lass deinem Kind die Freiheit, selbst zu entscheiden – auch wenn du selbst etwas anderes tun würdest. Nur so wird es auch weiterhin voller Spaß und Motivation Sport treiben. Und wenn es nach einer bestimmten Zeit feststellt, dass die Sportart nun doch nicht so toll ist wie erwartet, spar dir Aussagen wie: „Das habe ich dir doch gleich gesagt!“ (auch wenn es schwer fällt!). Lass stattdessen zu, dass dein Kind eigene Fehler und Lernerfahrungen macht. So förderst du seine Selbstständigkeit.

Unsere Sporttipps für Kinder mit Spaß an Bewegung

Die Erziehung von Kindern ist nicht einfach – schon gar nicht, wenn sich dein sportliches Kind beim Sport selbst verwirklichen möchte und du oft das Gefühl hast, dass du einfach nur daneben stehst. Trotzdem ist es wichtig, dass du ihm seine Freiräume lässt und keinen Druck ausübst. Befolge unsere Tipps für Kinder beim Sport – damit sich dein Schatz auch weiterhin voller Motivation beim Sport betätigt.

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Quellenangaben

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