Mein Weg zum 3.Platz beim IRONMAN Hawaii

Rückblickend begann mein Weg zum IRONMAN Hawaii im Jahr 2019 mit meinem ersten Halbmarathon.

Ich meldete mich 6 Wochen bevor der Startschuss fallen sollte. Ich hatte keine Ahnung was auch mich zu kommen würde und wie hart es werden würde.

Wie das vermutlich jeder Laufanfänger macht, rannte ich viel zu schnell los und versuchte ab der Hälfte nur noch zu überleben. Glücklicherweise kam ich nach 1:31 ins Ziel.

Im Verlauf des Jahres nahm ich an mehreren Läufen teil und fing an das ganze richtig zu genießen.

Als 2020 die Coronapandemie anfing konnte ich viel radeln gehen und suchte nach neuen Herausforderungen. Da sah ich es in einem Artikel. Der IRONMAN Hawaii, der härteste Ausdauer Wettkampf auf der Welt.

Ohne groß darüber nachzudenken, was es bedeuten würde in unglaublicher Hitze 3,8km zu schwimmen, 180km zu radeln und einen Marathon zu laufen, setzte ich es mir zum
Ziel beim IRONMAN Hawaii zu starten.

Dafür musste ich mir allerdings einen begehrten Startplatz sichern. Um dies in meiner Altersklasse (18-24) zu erreichen, muss man einen IRONMAN in seiner Altersklasse gewinnen.

Ich meldete mich für die IRONMAN European Championship in Frankfurt 202 und der Countdown war gesetzt. Ich hatte nun ein gutes Jahr Zeit zum Trainieren und versuchte das Beste draus zu machen.

Im August 2021 stand ich nun an der Startlinie des IRONMANS Frankfurt. Mit einem schwimmen in knapp 56 Minuten lag ich komplett im Zeitplan und versuchte nun beim Rad und Laufen so viel Druck wie möglich zu machen.

Als ich auf die letzte von 4 Laufrunden ging wurde mir gesagt, dass ich 10 Minuten Vorsprung auf den zweiten Platz habe.

Mit dieser Sicherheit konnte ich die letzte Runde und den Zieleinlauf voll genießen. Am Ende sicherte ich mir den Ersten Platz und somit nicht nur den Europameistertitel in meiner AK sondern auch meinen heiß ersehnten Slot für Hawaii.

Durch Corona war dieser Slot allerdings für 2022 und nicht 2021. Somit hatte ich wieder ein Jahr Zeit um mich auf den Wettkampf vorzubereiten.

Nachdem ich in 2022 den IRONMAN Frankfurt mit 8:54 wieder in meiner AK gewinnen konnte, erhöhte ich meine Ziele für Hawaii von finishen auf Podium.

Am 8.10.2022 war es nun endlich soweit, knapp 2 Jahre nachdem ich mir Hawaii als Ziel gesetzt hatte, stand ich nun morgens im Wasser auf Hawaii und wartete auf den Startschuss.

Endlich viel der Startschuss und die Vorfreude wurde von Adrenalin abgelöst. Dieses Jahr wurde in Startwellen gestartet, so dass ich mit ungefähr 70 anderen Athleten meiner AK gleichzeitig startete. Die ersten zwei bis dreihundert Meter waren ein brutal hohes Tempo.

Danach wurde es leider nur noch ein Boxkampf unter Wasser, da ich in der letzten Startgruppe gestartet bin und wir nach gut 300 Metern in die langsamen Schwimmer der Gruppe vor uns geschwommen sind.

Ich versuchte mich immer wieder von meiner Gruppe zu lösen, schwamm aber jedes Mal in langsame Schwimmer vor mir und wurde so stark abgebremst, dass ich wieder in meiner Gruppe war.

Nach 58 Minuten kam ich aus dem Wasser, deutlich langsamer als das was geplant hatte.

Nun auf dem Rad war aus zwei Gründen größte Vorsicht geboten. Zum einen sieht man in Hawaii
die Winde mit bis zu 70 km/h nicht kommen. Zum anderen waren knapp 2500 Athleten auf der Radstrecke vor mir. Rad an Rad in Aeroposition. Natürlich gilt offiziell das Windschatten Fahrverbot und ein Abstand von 12 Metern.

Allerdings war das bei dieser Masse an Athleten nicht kontrollierbar und es wurde oftmals mit 40-50km/h Rad an Rad in der Aeroposition gefahren.

Durch diese enorme Fülle konnten die Helfer an den Versorgungsstationen leider nicht genügend Versorgung sicherstellen. So kam es, dass ich anstatt wie geplant mit 2 Flasche Iso und einer Flasche Wasser, nur 500ml Wasser bei 35 Grad für 30 Kilometer zum Trinken und kühlen bekam. Ich reduzierte meine Pace, um ein Überhitzen zu vermeiden und musste meine kleine Menge an Flüssigkeit gut aufteilen.

An anderen nach anderen Stationen hatte ich nur eine Flasche Iso, so dass ich mich zum Teil mit Iso-Getränken kühlen musste.

Nach knapp 4 stieg ich auf Platz 3 liegen vom Rad. Der Lauf ist normalerweise meine Stärke und so legte ich die ersten Kilometer eine Pace von 3:45-4:00 pro Kilometer hin.

Dies nutzte mir leider wenig, da es bei der Versorgung beim Laufen genauso weiter ging wie beim Rad. Teilweise stand man gute 20 Sekunden an, um einen Becher mit Flüssigkeit zu bekommen. Wenn man langsam weiterlief und nach den Bechern auf den Tischen griff, kam es oft vor, dass man 5-6 leere Becher in Händen hatte, bevor man einen gefüllten hatte.

Von Kilometer zu Kilometer wurde der Körper wärmer und das Ziel eine bestimmte Pace zu laufen wurde immer mehr zu dem Ziel einfach nur noch die Pace zu machen die der Körper hergab und in der man es ins Ziel schaffen würde.

Ich verlor auf der Laufstrecke den Überblick über meine Position und mein nächstes Ziel war nur noch die nächste Versorgungsstation. Glücklicherweise konnte ich meinen Kreislauf bis Kilometer 41 sehr stabil halten und die Situationen beim Marathon gut Hand haben.

Auf dem letzten Kilometer geht es auf Hawaii nochmal steil bergab und dort schlugen nun auch die Strapazen der letzten 9 Stunden zu. Meine Arme begannen zu kribbeln und ich merkte, wie ich immer weniger wahr nehmen konnte.

Beim Zieleinlauf hatte ich eine Mischung aus Freude und pure Erleichterung es überstanden zu haben.

Mehr kann ich vom Zieleinlauf leider aber nicht sagen, da ich mehr einfach nicht mitbekommen habe als eine Fuß vor den anderen zu setzten
und es über die Ziellinie zu schaffen.

Am Ende wurden es 9:13 und Platz 3 in meiner Altersklasse 18-24.